Europas zukünftige Dürreperioden

Südafrika leidet seit Monaten unter einer extremen Dürre. Andere Regionen der Welt werden ebenfalls trockener. Nach Berechnungen des Weltklimarats wird – je nach Entwicklung des Treibhausgasausstoßes –  die globale Temperatur in diesem Jahrhundert um zwei bis 4,5 Grad Celsius ansteigen.

In Hinsicht auf ein neues mittleres Klima mit höheren Mitteltemperaturen sollen vor allem im östlichen Nordamerika und in Teilen Asiens wie etwa China verstärkt gleichzeitige Dürren und Hitzewellen auftreten. Außerdem sollen zukünftig auf Grund der wärmeren Temperaturen mehr extreme Wetterereignisse die Wasserknappheit negativ beeinflussen.

In Europa wird vor allem Südeuropa in Zukunft unter Dürre leiden müssen. In südeuropäischen Regionen wird es immer wichtiger werden, mit dem verfügbaren Wasser gut zu haushalten. In Zukunft werden dort die Niederschläge noch weiter zurückgehen. Das Anbauen von trocken- und hitzeresistenten Pflanzensorten wäre eine wichtige Anpassungsmaßnahme.

In Zentraleuropa sieht es im Moment nicht so aus, als würde Wassermangel ein Problem werden. Insgesamt beträgt der jährliche Wasserbedarf in Österreich rund 2,5 km³. Das entspricht nach Informationen des Umweltministeriums drei Prozent der zur Verfügung stehenden Wassermenge.

Europäer werden Wasserknappheit aber vor allem indirekt zu spüren bekommen.

Denn die EU-Wirtschaft hängt von der Verfügbarkeit von Wasser in anderen Teilen der Erde ab: 40 Prozent des Verbrauchs sind durch den Import von Produkten ausgelagert. In Regionen, in denen etwa Sojabohnen, Zuckerrohr, Reis und Baumwolle produziert werden, herrscht bereits heute oft große Wasserknappheit. Ernteausfälle durch Dürren können in diesen Gegenden zu Arbeitslosigkeit, erhöhtem Armuts- und Hungerrisiko führen und möglicherweise Migrationsbewegungen hervorrufen.

Auch wenn uns in nächster Zukunft Dürren und Trockenheit nicht direkt beeinflussen werden, werden sich in Österreich die globalen Folgen des Problems bemerkbar machen. Daher ist das Problem auch für uns relevant und wird in Zukunft in unserer Klima- und Umweltpolitik mitspielen.

 

 

(Quelle: https://derstandard.at/2000073828160/Wie-Duerreperioden-in-Zukunft-Europa-treffen-werden)

 

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