Giftige Schlacke auf Neusser Ascheplätzen

Giftige Schlacke auf Neusser Ascheplätzen

In der deutschen Stadt Neuss (Nordrhein-Westfahlen) bereitet derzeit Hochofenschlacke, die in den 1970er Jahren verbaut wurde, große Sorge.

Die Stadt will die vorhandenen Ascheplätze durch Kunstrasenplätze ersetzen. Solche Ascheplätze haben schon in der Vergangenheit häufig Probleme in ganz Deutschland verursacht. Bereits in den 1990er-Jahren hat ein Belag für Sportplätze, der mit Dioxin belastet war, deutschlandweit für negative Schlagzeilen gesorgt.

Die Besorgnis der Stadt Neuss gilt jedoch nicht dem Belag, sondern dem Unterbau. Bis Anfang der 1970er Jahre war es üblich, Hochofenschlacke bei dem Bau von Ascheplätzen zu verwenden. Für die nächsten 40 Jahre wurde das aus gutem Grund unüblich, aber in Österreich wird es durch die RBV wieder üblich: Das Verbauen von schwertallhaltiger Hochofenschlacke, diesmal in Straßen.

Zurück nach Neuss: Dort soll ein Gutachter soll nun  klären, ob die giftigen Schwermetalle aus der Hochofenschlacke durch Regenwasser unter dem Ascheplatz ausgewaschen werden. Trifft dieser worst case  zu, müsste die Schlacken ausgebaut und teuer entsorgt werden. Es drohen pro Platz Kosten im sechsstelligen Bereich.

Dieses Beispiel zeigt wieder mal wieder ganz klar, wie gefährlich der Einsatz von Schlacke für die Umwelt ist. Über 40 Jahre später(!) stellt die Hochofenschlacke immer noch eine Gefahr für das Grundwasser und die umgebende Umwelt dar! Wer weiß wieviel in den 4 Jahrzehnten bereits ausgewaschen wurde und ins Grundwasser gelangt ist!

Wir stellen uns noch immer die Frage, wieso man bei uns in Österreich nicht aus diesen Fehlern lernt. Muss erst bei uns etwas passieren, damit man auf die Giftigkeit der Schlacke aufmerksam wird? Die Beruhigungspillen des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW), wonach nur „gebundene“ Schlacke verbaut werden darf, beruhigt uns nicht! Warum nicht einfach gar keine Schlacke verwenden, sondern sie innovativ recyceln?! Diese Hochofenschlacke hat einen höheren Eisenanteil als der steirische Erzberg. Wir vergraben sozusagen wertvolle Rohstoffe unter die Straßen anstatt durch Innovation daraus Roheisen zu gewinnen. Während man sich in Deutschland um vergrabene Stahlwerkschlacke sorgt, wird bei uns durch die Recycling Baustoff-Verordnung, das Altlastensanierungsgesetz und den Bundesabfallwirtschaftsplan der unkomplizierte und billige Einsatz von Schlacke ermöglicht…

Euer Kolibri

(http://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/giftige-schlacke-neuss-ascheplaetze-100.html)

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