Glyphosat III (Fortsetzung) – Die Entscheidung der EU

Glyphosat III (Fortsetzung) – Die Entscheidung der EU

Nach der monatelangen Kontroverse rund um den Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat in den EU-Staaten, hat sich die EU-Kommission nun endlich geeinigt. Die EU-Kommission will das umstrittene Pestizid Glyphosat erneut für zehn Jahre zulassen. Nach Bekanntgabe der Entscheidung wurden sofort die ersten kritischen Stimmen laut:

Der Krebsforscher Christopher Portier hat zuletzt gewarnt, dass sich die EU in ihrem Urteil zu sehr auf möglicherweise geschönte Gutachten der Hersteller verließe. Außerdem hat er sich offenen Brief an Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gewandt, nachdem in Krebsstudien der Hersteller acht noch unberücksichtigte Tumorbefunde in Fütterungsstudien mit Mäusen und Ratten gefunden hatte.

Außerdem warfen mehrere Abgeordnete des europäischen Parlaments der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und der Europäischen Chemikalienagentur  (ECHA) vor, sie hätten sich vom US-Konzern Monsanto, dem Hersteller des weltweit am meisten verwendeten Unkrautvernichtungsmittels Roundup, unsachlich beeinflussen lassen.

Bereits durch die Veröffentlichung der „Monsanto Papers“  kam auf, dass Monsanto vermeintlich seit 1999 von der krebserregenden Wirkung des Pestizids informiert war. Weiters soll der Konzern ein „Greenwashing“ von Wissenschaftlern und Studien durchgeführt haben, um die Anerkennung des Mittels zu bewahren.

Doch nicht nur die europäische Politik, sondern auch die Bürger reagieren: Glyphosat-Gegner haben jüngst einen Teilerfolg erzielt. Eine europäische Bürgerinitiative hat mehr als eine Million Stimmen in mindestens sieben der 28 Mitgliedsstaaten gesammelt. NGO‘s aus 13 Ländern waren beteiligt, darunter Global 2000 in Österreich. Die EU-Kommission muss die Initiative nun innerhalb von drei Monaten prüfen.

Unabhängig von der Entscheidung der EU kann jeder Mitgliedsstaat immer noch selbst entscheiden, ob und welche Pestizide auf den eigenen Feldern benutzt werden. In Österreich haben immerhin 311 von 2.100 Gemeinden bekannt gegeben, dass sie auf Glyphosat verzichten. Von den 40 bevölkerungsreichsten Gemeinden kommen insgesamt 19 komplett ohne Glyphosat aus, darunter auch Hohenems und Lustenau, die wir hier lobend hervorheben wollen!

(Quellen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/glyphosat-eu-kommissar-verteidigt-geplante-neuzulassung-a-1152085.html, http://orf.at/stories/2395608/, http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2848966/)

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