In Bayern ist Schlacke-Verbauen verboten

In Bayern ist Schlacke-Verbauen verboten

Liebe Kolibris!

Ein Aktivist hat uns den Mitschnitt aus der Sendung „Gefährliches Erbe von Altlasten“ des Umweltmagazins UNKRAUT im bayrischen Rundfunks BR vom 12.05.2014 zugespielt. Thematisiert wird in dieser Sendung die Auswirkung von Altlasten auf die Menschen.

Faszinierend und erschreckend zugleich für uns ist, dass selbst in unseren Kosmetika sogenanntes Mikroplastik beigemischt wird. Der Zweck dieses Zusatzes ist nur ein Peeling-Effekt für die Haut. Aber dieses Plastik kann von den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden! Vielen Menschen ist dies leider gar nicht bewusst und den Konzernen ist es schlichtweg egal. Durch den Wiederverwertungsprozess unseres Wassers, was ja im Grunde genommen eine wunderbare Sache ist, kann das Polyethylen nicht gefiltert werden, und gelangt schlussendlich in die Meere. Fische und andere Meerestiere nehmen es mit der Nahrung auf und so das Mikroplastik dann auf unseren Tellern.

Gott sei Dank lässt mittlerweile  sich ein gewisser Trend weg vom Mikroplastik erkennen.

(Quelle: http://www1.wdr.de/verbraucher/gesundheit/mikroplastik-110.html)

Der Schwerpunkt der Sendung lag aber auf unserem Lieblingsthema Schlacke. In Sulzbach-Rosenberg, einer kleinen Stadt in Bayern, brannten bis 2002 die Hochöfen der Firma Maxhütte, einem Stahlwerk ähnlich dem der voest, nur wesentlich kleiner. Die Maxhütte produzierte dort mehr als 150 Jahre Eisen und Stahl, und in all diesen Jahren entstand Schlacke. Man entschloss sich dazu diesen Abfall einfach am Firmengelände zu lagern und es wuchs ein Schlackeberg, wie es sie überall in der Gegend um Linz gibt. Erst wesentlich später wurde bekannt, dass der Schlackeberg mit seinen Schwermetallen (Chrom, Cadmium, Vanadium, etc.) der Natur und den Menschen in der Umgebung erhebliche gesundheitliche Schäden zufügte. Die Gemeinde musste den Berg mit Steuergeldern sanieren, schlappe 57 Millionen Euro hat das ganze gekostet. Genauer gesagt € 57.000.000,00 an Steuergeldern, weil die eigentlichen Erzeuger nicht mehr belangt werden können.

Die Luft um die Lechstahlwerke war ebenfalls mit Schwermetallen (in Form von Feinstaub) verpestet, was ebenfalls nicht besonders förderlich ist für die dortige Umwelt und ansässige Bevölkerung.

Im Gegensatz zu Österreich ist in Bayern ist das Einbauen von Schlacke in den Asphalt schon eine längere Zeit gesetzlich verboten – wie man sieht aus gutem Grund. Die Stahlwerke versuchen zwar immer wieder ihren giftigen Müll irgendwie kostengünstig loszuwerden, aber in Bayern wird es ihnen schwer gemacht. Leider kann man das ja nicht von der österreichischen Bundesregierung und vom BMLFUW behaupten. Mit der Recycling Baustoff-Verordnung hat das BMLFUW das Vergraben von Schlacke als „gebundenes“ Straßenfundament nicht nur erlaubt, sondern (mittels extrem hohen Grenzwerten für das eine Schwermetall, oder gar keinen Grenzwerten für das andere Schwermetall) extrem vereinfacht!!

Wir würden uns wünschen, dass das BMLFUW das Problem und die Gefährdung als solches anerkennt.
Wir erkennen es, ihr erkennt es, Bayern erkennt es, das österreichische BMLFUW erkennt es nicht….

Vielleicht erkennt es der neue Umweltminister!

Euer Kolibri

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