Rund 50 Prozent aller Arten vom Klimawandel betroffen

Einer neuen Studie der Umweltschutzorganisation WWF und der Universität East Anglia in Großbritannien zufolge, wird der Klimawandel katastrophale Auswirkungen auf die Artenvielfalt haben. Bis zur Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten in den weltweit bedeutendsten Naturregionen werden mittelfristig dem Klimawandel zum Opfer fallen.

Die Studie „Wildlife in a warming World“ untersucht Auswirkungen des Klimawandels auf fast 80.000 Tier- und Pflanzenarten in den 35 artenreichsten Regionen der Welt. Es werden drei verschiedene Klima-Szenarien (globale Temperaturanstiege von im Schnitt 2, 3,2 und 4,5 Grad Celsius ) und deren Folgen für die Biodiversität beschrieben. Dramatische Einbrüche prognostizieren die Forscher in den Miombowäldern im südlichen und östlichen Afrika, im Amazonas-Regenwald sowie im Südwesten Australiens.

Selbst wenn das Zwei-Grad-Ziel eingehalten werde, also die oberste Grenze der Beschlüsse im Pariser Klimaabkommen, fiele der Rückgang der Arten noch massiv aus: Dann würde noch jede vierte Spezies in den Schlüsselregionen verloren gehen, heißt es in der Studie. Naturparadiese wie der Amazonas oder die Galapagosinseln könnten  noch zu Lebzeiten unserer Kinder weitreichend zerstört und der Hälfte ihrer Tier- und Pflanzenarten beraubt zu werden.

Bei einem Temperaturanstieg von 4,5 – ein Szenario, das nach aktueller Lage zu erwarten wäre – gingen den südafrikanischen Miombowäldern 90 Prozent der Amphibien, 86 Prozent der Vogelarten und sogar 80 Prozent der Säugetiere verloren. Im Amazonas-Regenwald könnten 69 Prozent aller Pflanzen komplett verschwinden. In Madagaskar stünden 60 Prozent sämtlicher Tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben.

Die Hauptgründe für den drastischen Rückgang der Arten sind Folgen von veränderten Lebensbedingungen, die Klimaerwärmung und folglich Dürre mit sich bringen. Beispielsweise würden Afrikanische Elefanten, die täglich 150 bis 300 Liter Wasser trinken an Folge von Wasserknappheit schlichtweg verdursten. Die Tiger auf dem indischen Subkontinent werden bei durchschnittlichem Temperaturanstieg von 4,5 Grad mittel- bis langfristig 96 Prozent ihres Lebensraums wegen dem steigenden Meeresspiegel verlieren.

Die aktualisierte Rote Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) vom Dezember 2017 weist inzwischen 25.821 von 91.523 untersuchten Tier- und Pflanzenarten als bedroht aus – doppelt so viele wie noch im Jahr 2000. Die Ursachen sind unterschiedlich, allerdings trägt laut Weltnaturschutzunion IUCN in den allermeisten Fällen der Mensch direkt oder indirekt die Verantwortung – etwa durch Abholzung, Überdüngung oder Flächenzementierungen.

 

 

(Quelle: https://www.futurezone.de/science/article213721851/Neue-Studie-zeigt-eine-besorgniserregende-Entwicklung-Der-Klimawandel-koennte-die-Haelfte-aller-Tier-und-Pflanzenarten-ausloeschen.html)

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