Langfristiger Umweltschutz, JKU-Studie

Langfristiger Umweltschutz, JKU-Studie

Das letzte unserer Schreiben an Umweltminister Andrä Rupprechter hat die falsche Prioritätensetzung des Umweltministeriums kritisiert. Wir sind nämlich über eine Studie der Johannes-Kepler-Universität Linz darauf aufmerksam geworden, dass die Einhaltung der von der EU vorgegebenen Umwelt- und Klimaschutzziele durch das Pariser Abkommen bis 2030 tausende Arbeitsplätze kosten wird und einen Rückgang des BIPs um bis zu über 11 Milliarden Euro verursachen wird.

Wir als Umweltverein unterstützen jedenfalls das Vorhaben, die EU-Ziele für 2030 zu erreichen. Wir bedenken jedoch, dass das Umweltministerium mit dem momentanen Kurs diesen prognostizierten Rückgang vom BIP und Steigerung der Arbeitslosigkeit verursacht, obwohl dies nicht sein müsste. Unsere große Sorge ist nämlich, dass mit den in der Studie beschriebenen Aussichten das Verständnis und die Zustimmung der Österreicher_innen für Umwelt- und Klimaschutz nur verringert werden wird.

Langfristiger Umweltschutz ist äußerst wichtig, aber er darf die Menschen nicht auf der Strecke lassen! Mehr als 60.000 Arbeitslose und ein Rückgang in der Höhe eines doppelten Hypo Skandals (laut Zwischenbilanz) ist unserer Meinung nach einfach ein zu hoher Preis, der die Menschen eher vom Klimaschutz abschrecken würde.

In unserem Blog „BMLFUW und ihre Lieblingsbeschäftigung: 15a Vereinbarungen“ haben wir bemängelt, dass sich das Umwelt-Ministerium zwar mit dem Klimaschutz rühmt, aber trotzdem versucht wichtige Themen auf die Länder zur Entscheidung abzuschieben: Über die 15a Vereinbarung hat man die Zuständigkeit für Gesetzgebung und Gesetzvollziehung zwischen dem Bund und den Ländern aufgeteilt. Nicht zuletzt konnte man auch am Beispiel der lieben Recycling Baustoff-Verordnung (RBV) sehen, dass man auf Grund von klarem wirtschaftlichem Lobbying mal wieder über den Umweltschutz hinweggesehen hat.

Man surft im Umweltministerium gerne auf der Klimaschutz-Welle, schafft es jedoch nicht effektive Maßnahmen für den Umweltschutz zu treffen. Um den zwischen 2020 und 2030 prognostizierten Anstieg der Arbeitslosigkeit und Rückgang des BIPs zu verhindern, muss man sich rasch Gedanken über die eigene Prioritätensetzung machen und versuchen diesen Problemen effektiv gegen zu wirken, anstatt alle Verantwortungen auf andere abzuschieben!

Euer Kolibri

© 2020 kolibri.BIO - Kolibri isst wirklich bio! | Impressum

Log in with your credentials

Forgot your details?