Ossendorf – Das Paradies auf Müll

Ossendorf – Das Paradies auf Müll

Heute blicken wir wieder einmal nach Deutschland. In Ossendorf, einem Stadtteil von Köln, scheint ein wahres Naturparadies zu liegen – blühende Brombeerbüsche, strahlende Blütenteppiche und eine belebte Fauna. Doch der Schein trügt: In Wahrheit ist dieses scheinbare Paradies eine riesige Mülldeponie.

In den 1970ern befand sich an derselben Stelle eine Schottergrube, die auch als Mülldeponie betrieben wurde. Nicht selten wurde dort auch illegal Müll abgekippt. In über 10 Jahren haben sich bis in eine Tiefe von 18 Metern Hausmüll, Bauschutt oder Gewerbeabfälle, wie z.B. teerhaltiges Material aus Straßenaufbrüchen, Ölkanister und alte Kühlschränke angesammelt.

Seit dem hat sich die Natur den Platz „zurückerobert“. Die Anlage wurde nie offiziell stillgelegt. Jetzt ist die Stadt Köln jedoch verpflichtet genau das zu tun.

Damit nicht weiterhin krebserregenden Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle über das Regenwasser in das Grundwasser ausgewaschen werden, muss die gesamte Oberfläche des Geländes mit einer speziellen Kunststoff-Folie abgedeckt werden. Darauf soll eine Rekultivierungsschicht und neue Pflanzen kommen, damit man einen möglichst naturnahen Park schaffen kann.

Experten schätzen dass das Projekt mehr als 12 Millionen Euro kosten wird; seit 2009 hat die Stadt schon dafür gespart. Und seit 2009 ist wohl so allerhand Giftstoff mit dem Regenwasser versickert.

Uns als Umweltschützer enttäuscht diese Geschichte sehr, weil man wieder einmal nur versucht, den Müll möglichst billig loszuwerden – natürlich auf Kosten der Umwelt. Jedoch kann man an diesem Beispiel gut sehen wohin das führt: Anfangs mag man vielleicht billig davonkommen, am Ende zahlt die Stadt, die Gemeinde, das Land jedoch mehrfach drauf!

Zurück nach Österreich: Auch hier werden uns künftig ähnliche Probleme schon in naher Zukunft erwarten – und zwar durch die Recycling Baustoff-Verordnung (RBV), die die Verwendung von schwermetallhaltiger LD-Schlacke im Straßenbau und anderswo erlaubt. Mit der RBV wird auch versucht, Problemstoffe möglichst einfach und billig loszuwerden. Die mögliche Verschmutzung und Beschädigung der Umwelt wird dabei missachtet.

Hoffentlich ist den Gemeinden, den Städten und den Bundesländern bewusst, mit welchen Umweltgefahren und zusätzlichen künftigen Kosten für Spezialentsorgung gerechnet werden muss, wenn man alles macht, was die RBV erlaubt.

Ein super positives Beispiel ist die Stadt Zwettl – wir haben berichtet – die bei ihrem Umfahrungsprojekt freiwillig auf die Verwendung von LD-Schlacke verzichtet hat!  J

Euer Kolibri


Fotocredit: ehem. Deponie Ossendorf / © Rösgen

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