Plastik verschmutzt die Antarktis

Mittlerweile ist die Verschmutzung der Meere mit Plastik auch in der Arktis zum Problem geworden. Forscher haben nun ein bisher unbekanntes Ausmaß von Mikroplastik im arktischen Meereis entdeckt. Mikroplastik bezeichnet Kunststoffteilchen von unter fünf Millimetern Größe.

Mit Hilfe spektrometrischer Untersuchungen sei eine Rekordkonzentration in verschiedenen Eisproben nachgewiesen worden. Insgesamt wurden Proben aus fünf verschiedenen Regionen um den Nordpol untersucht. Erstmals wurde für die Analyse auch ein spezielles Infrarotspektrometer verwendet, welches auch Partikel mit Durchmessern von nur elf Mikrometern nachweisen kann.

Bei den Proben wurde eine Konzentration von Mikroplastik gemessen, die zwei- bis dreimal so hoch war, wie bei vorherigen Messungen. Davon fallen zwei Drittel zu der kleinsten Kategorie mit einer Größe von unter 50 Mikrometern. Es wurden 17 verschiedene Kunststoffarten gefunden; darunter waren Verpackungsmaterialien wie Polyethylen und Polypropylen, aber auch Lacke oder Nylon sowie Celluloseazetat, woraus etwa Zigarettenfilter bestehen.

Gerade der hohe Anteil sehr kleiner Kunststoffteilchen besorgt die Experten. Mehr als die Hälfte der Partikel hat eine Größe von weniger als einem Zwanzigstel eines Millimeters. Deshalb könnten sie  problemlos von Ruderfußkrebsen und Wimperntierchen gefressen werden und so in den Nahrungskreislauf gelangen.

Bislang sei aber unklar, ob und in welchem Ausmaß die Teilchen schaden. Aus Laborstudien geht hervor, dass beispielsweise Muscheln Entzündungsreaktionen und Fische Verhaltensänderungen zeigen. Andere Tiere sollen weniger fressen und wachsen und sich auch weniger erfolgreich fortpflanzen können.

Zudem ist sehr wahrscheinlich, dass die Plastikreste relativ schnell in Richtung Meeresboden absinken. Das soll davon kommen, dass diese von Algen und Bakterien besiedelt und immer schwerer werden. Es wurden nämlich in Proben vom Meeresboden schon hohe Konzentrationen der winzigen Mikrokunststoffteilchen nachgewiesen.

Mikroplastik entsteht, wenn sich weggeworfene Plastiktüten oder Plastikflaschen zersetzen oder können beim Waschen aus Synthetikkleidung gelöst werden. Winzige Kunststoffpartikel befinden sich auch in Reinigungsmitteln wie Waschpulver, Shampoo sowie in Kosmetik. Über das Abwasser gelangen sie in die Umwelt.

Jährlich gelangen nach Schätzungen mehr als zehn Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane. Dabei besteht das Problem vor allem in der langen Haltbarkeit des Kunststoffs, alleine eine einzige Plastikflasche soll 450 Jahre überdauern.

 

 

(Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/mikroplastik-meereis-in-der-arktis-stark-belastet-a-1204451.html)

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