RBV und Entsorgung von Bauschutt

RBV und Entsorgung von Bauschutt

Gemäß der im Jahr 2016 in Kraft getretene Recycling Baustoff-Verordnung (RBV) muss gemischter mineralischer Bauschutt ausnahmslos deponiert werden. Das ist ja eigentlich mal eine gute Regelung in der sonst so ungeliebten RBV.

Bislang galt als Richtwert, dass eine Menge von einem PKW-Kofferraum gratis in den Containern von Altstoffdeponien entsorgt werden durfte. Nachdem die RBV in Kraft getreten ist, haben sich die Sammelmengen vom Bauschutt aber beinahe verdoppelt; täglich kamen mehrmals Anlieferer mit Auto- und teilweise sogar Traktoranhängern voller Schutt.

In der oberösterreichischen Stadtgemeinde Perg wurde daher die Menge der Gratis-Entsorgung der Altstoffsammelzentren stark beschränkt werden! Ein Fehler?

Die Entsorgungskosten der Stadt Perg waren stark angestiegen, kein Wunder: Es musste eine viel größere Menge an Bauschutt durch die Stadt entsorgt werden, die von den Menschen gratis deponiert wirden. Ohne eine Veränderung der originalen RBV wären auf den Bezirksabfallverband Perg jährlich Mehrkosten von 100.000 Euro zugekommen.

Um das zu verhindern hat man nun die neue Regelung eingeführt, dass man die ersten 100 Liter an Schutt gratis entsorgen darf und danach pro 100 Liter 5 Euro zu zahlen hat. Durch die Regelung hat sich wieder ungefähr die ursprüngliche Abfallmenge eingependelt.

Der Gemeinderat der SPÖ im benachbarten Allerheiligen, Simon Weiß, kritisierte dieses Vorgehen und meinte, dass das ein unglaublicher Rückschritt sei. Er meinte, dass man durch die Beschränkung vermehrtes illegales Deponieren von Bauschutt riskiert. Das befürchten wir auch!

Der Vorwurf wurde jedoch vom Bezirksabfallverband Perg abgewiesen, da man sich ja bemühe den Anlieferern  möglichst kundenfreundliche Angebote zu machen. Außerdem entspreche die momentan angelieferte Menge wieder dem langjährigen Durchschnitt … was wir so interpretieren, dass jetzt wieder dieselbe Menge an Bauschutt illegal verschwindet wie immer schon.

Bei illegal abgelagertem Schutt gibt es ein Ähnliches Problem wie bei der Schlacke. Nämlich können durch den Kontakt mit Regen- und Grundwasser Schadstoffe aus den Abfallmaterialien ausgewaschen werden und somit in die Umwelt gelangen. Im August letzten Jahres haben wir bereits von Ossendorf berichtet, wo eine ehemalige Schottergrube wegen illegal abgelagertem Müll und Schutt genau deswegen um mehrere Millionen Euro saniert werden muss. Hoffentlich bleibt uns so etwas erspart.

Hat die RBV auch beim Thema Bauschutt schlussendlich versagt?

Euer Kolibri

(Quelle: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/muehlviertel/Notbremse-bei-der-Gratis-Entsorgung-von-Bauschutt;art69,2546231)

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