„Saurer Spitz“

„Saurer Spitz“

Immer wieder weißen wir gerne auf die besonders hohen Entsorgungskosten hin, die den Gebietskörperschaften (vor allem Land, Städten, Gemeinden) durch Schlacke entstehen. Hier ein weiteres Beispiel:

In Reutlingen, einer Großstadt im deutschen Baden-Württemberg müssen im Zuge der Erweiterung der Erddeponie „Saurer Spitz“ 25.000 Tonnen nicht genehmigte Schlacke ausgebaut werden.

Nachdem im Jahr 2008 die volle Deponie geschlossen werden musste, wurde der Bau einer Erweiterung vorgenommen. Diese gingen zügig voran, bis es am 1. Oktober 2015 zu einem Baustopp kam. Am Tag davor ist nämlich ein Sattelschlepper umgekippt und in Folge ist Schlacke auf die Fahrbahn gelangt.

Bei einer Begehung mussten Experten feststellen, dass für eine im Vorhinein gebaute Drain- und Entwässerungsschicht auf rund vier Hektar Fläche bereits solche Schlacke eingebaut worden war – in Summe rund 25 000 Tonnen. Die Hochofenschlacke aus Burgau im deutschen Günzburg wurde eingebaut, ohne davor detailliert geprüft worden zu sein und hat sich im Nachhinein als ungeeignet herausgestellt.

Nach Bekanntwerden galt es für die Behörden das Abfließen von eventuell schadstoffbelastetem Wasser in benachbarte Gewässer zu verhindern. Das Überlaufen des Wasser-Rückhaltebeckens galt es mit aller Kraft zu verhindern. Jedoch lassen Ausspülungen am angrenzenden geschotterten Weg und an der Böschungskrone darauf schließen, dass dennoch Sickerwasser übergelaufen ist.

Seit dem ist man am „Sauren Spitz“ dabei, die Schlacke auf einen Haufen zu schieben und damit die Flächen, von denen aus belastetes Wasser in das Sammelbecken abfließt, deutlich zu reduzieren. Rund um die Uhr wird Sickerwasser abgepumpt.

Noch ist man einer möglichst schnellen Lösungsfindung versucht. Klar ist, dass Schlacke als Folge ihrer Instabilität höchst kostenaufwendig ausgebaut werden muss. Durch die enthaltenen Schwermetalle muss die Schlacke bei Überschreitung der deutschen Grenzwerte als Sondermüll in einer speziellen Deponie entsorgt werden. Ist das der Fall, muss mit Gebühren in Höhe von rund 15 Millionen Euro gerechnet werden. Gott sei Dank, sind die Grenzwerte in der österreichischen RBV derart hoch, dass sowas hierzulande nicht droht!

Täglich zeigt sich uns durch solche Fälle, welche Probleme und welche Kosten von der Verwendung von Schlacke im Bau ausgehen. Daher verstehen wir nach wie vor nicht, warum die Bundespolitik alles Mögliche versucht, damit bei uns viel mehr Schlacke verbau werden darf, anstatt weniger.

Euer Kolibri


Fotocredit: Deponie Reutlingen, links Alteburg, oben Ohmenhausen, Luftbild: Manfred Grohe

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