Schlacke: Aktuelle Lage in Österreich und anderen Ländern

In einzelnen Bundesländern ist der Einsatz von Schlacke im Straßenbau untersagt – Bundesweit tut sich in dieser Angelegenheit nichts.

Schon seit mehreren Regierungsperioden befassen sich Umweltpolitiker und Umweltschützer mit der Thematik der Schlacke, einem Abfallprodukt aus der Stahlindustrie, und dessen Einsatz im Straßenbau. Zwar haben Studien ergeben, dass Chrom VI beispielsweise weniger in der Schlacke als vielmehr im Zement vorhanden ist, die anderen Schwermetalle wurden dahingehend aber kaum untersucht. Nichtsdestotrotz muss seit einigen Jahren der Straßenbau in Wien und Niederösterreich ohne Schlacke auskommen. Auf Bundesebene hofft man aber vergeblich.

In Europa dürfen Stahlwerksschlacken per EU-Dekret nur auf bestimmten Straßen zum Einsatz kommen, allerdings hat die EU die Grenzwerte bestimmter Schadstoffe um einiges höher angesetzt als dies Umweltschützern lieb war. In dieser Zeit war die Medienresonanz groß, danach ebbte das Thema ab. Bis 2015, als die Baustoffrecyclingverordnung reformiert wurde und die Schlacke seitdem zumindest in bestimmten Gebieten nicht mehr verwendet werden darf. Allerdings wurde für Schlacke eine eigene Abfallkategorie geschaffen und die Grenzwerte um ein Vielfaches angehoben. Seitdem herrscht Stille aus dem “Umweltministerium”, das jetzt passenderweise “Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus” heißt.

In anderen Ländern in Europa tut man sich mit dem Thema ebenfalls schwer. In Deutschland gibt es dazu auch unterschiedliche Regelungen, je nach Bundesland. In einigen muss zum Beispiel ein Mindestabstand von einem Meter zum Grundwasser eingehalten werden. Angesichts des steigenden Meeresspiegels sind diese Werte aber ohnehin bald unterschritten, wenn man bedenkt, dass in manchen Orten knapp an der Grenze gebaut wird.

In Frankreich gibt es Detailpläne, in denen ganz genau aufgelistet ist, in welchen (wenigen) Teilen des Landes Schlacke im Straßenbau vorkommen darf. Die Grenzwerte sind dabei ebenfalls haargenau festgelegt. Bis zum tatsächlichen Einsatz gilt sie als Abfallstoff und wird auch als solche behandelt (gelagert etc.).

Weniger streng ist man in Großbritannien, wo man die Schlacke als “Abfallende” ansieht und sich nicht weiter dafür zu interessieren scheint. Die Hochofenschlacke wird und darf hingegen nicht eingesetzt werden.

Wie man sieht, gibt es in einigen Ländern bereits mehr und in anderen weniger Bewusstsein dafür. Gerade Österreich als Vorreiter in Punkto Umweltschutz sollte hier ein Beispiel setzen und den Einsatz von Schlacke völlig untersagen!

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