Sensation in Linz: Bakterien lösen Metall aus Schlacke

Sensation in Linz: Bakterien lösen Metall aus Schlacke

Eine Sensation ist geglückt! Wir denken, dass diese Methode zukunftsführend für die Wiederverwertung von Schlacke sein könnte.

Forscher des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) haben am Standort Linz einen neuen Weg zur Metallgewinnung entwickelt: Das umweltfreundliche Bioleaching-System, bei dem Bakterien Metalle aus Müllverbrennungsaschen und –schlacken lösen.

2016 wurde das Projekt GRecoMet (Green Recovery of Metals) gestartet, welches nun das neue Bioleaching-System entwickelt hat. Bei diesem werden die natürlichen Katalysator-Eigenschaften der Bakterien ausgenutzt. Durch verschiedene chemische Mechanismen werden diverse Metalle aus den Abfallstoffen rausgelöst. Diese können dann durch bereits bekannte Standardmethoden zur wirtschaftlichen Nutzung zurückgewonnen werden.

Beim Test im Labor hat man hohe Erfolgsraten (teilweise sogar an die 90%) erreicht, insbesondere bei Aluminium, Kupfer, Zink, Chrom und Magnesium. Im Gegensatz zu konventionellen Methoden wie Laugen fallen bei der neuen Methode außerdem so gut wie keine Nebenprodukte an!!

Momentan werden Aschen und Schlacken aus Müllverbrennungsanlagen zur Gänze als Abfälle auf Deponien entsorgt. Und das obwohl die Rückstände sogar höhere Metallkonzentrationen als Primärerz haben – das heißt, in einem Schlackeberg ist prozentuell mehr Eisenerz drinnen als im steiermärkischen Erzberg!! Die einzige zu bewältigende Herausforderung besteht nun darin, aus dem komplexen Gemisch die interessanten Stoffe herauszubekommen.

Derzeit wollen die Wissenschaftler die Bakterien industriefit machen. Die Methode hat großes Zukunftspotential und könnte auf lange Sicht viele Probleme im Bereich der Rohstoffknappheit Europas lösen. Für unsere schwermetallhaltige LD- und EO-Schlacke könnte sich hoffentlich bald eine bessere Recycling-Methode finden, als der bisherige Ansatz, diese umweltbelastenden Schlacken österreichweit in Straßenfundamente zu kippen. Dies wurde ja dank der Recycling-Baustoffverordnung (RBV) erlaubt. Wir finden diese RBV wird ihrem Namen nicht gerecht, sie hat wenig mit Recycling zu tun. Recycling wäre es, die Schwermetalle aus der Schlacke einer Wiederverwendung zuzuführen!

Das wäre auch eine strategische Chance für die österreichische Stahlwerkindustrie. 😉

Umweltschutz geht unserer Meinung anders als bloß dieses oder jenes zu verbieten oder durch Steuern unrentabel zu machen. Wir denken, unsere Umwelt muss durch die Nutzung des technischen Fortschrittes geschützt werden, durch echtes Recycling (z.B. von schwermetallhaltigen Schlacken). So bleibt Umweltschutz auch für die Volkswirtschaft rentabel! Hochofenschlacke ist zu schade, um sie unter Straßen zu vergraben…

Euer Kolibri

Quelle: https://science.apa.at/rubrik/natur_und_technik/Neues_System_in_Linz_entdeckt_Bakterien_loesen_Metall_aus_Schlacke/SCI_20170609_SCI39391351436496510

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